German
Geschützter Zugriff auf YouTube
Sollen Lernende selber Material recherchieren und dabei unter anderem auf YouTube zurückgreifen oder möchten Lehrkräfte selber auf Material zugreifen, das nicht von Ihnen selber produziert wurde und nur auf YouTube verfügbar ist, bieten sich verschiedene Optionen an:
Das Video herunterladen und in einem sicheren (Cloud-)Speicher für die Lernenden bereitstellen
Einen so genannten Proxy verwenden, der die Zugriffe auf YouTube anonymisiert
Bei beidem hilft die Software [Invidious](https://github.com/iv-org/invidious): Invidious bietet eine Website, mit der sich YouTube direkt durchsuchen lässt. gefundene Videos lassen sich dort zusätzlich direkt als Datei herunterladen.
**Hinweis:** Beim Anfertigen von Kopien ist grundsetzlich die Lizenz der
Auotren zu beachten. Im Unterricht sollten generell nur Videos eingesetzt
werden, die unter freien Lizenzen (vgl. [OER](https://open-educational-resources.de/))
zur Verfügung stehen.
Bei der Nutzung von Invidious werden weniger Daten erhoben als bei der Nutzung von YouTube direkt. Invidious selber erhebt nur die Daten, die unbedingt notwendig sind, d.h. die IP-Adresse, die Browser-Version sowie das aufgerufene Video oder die eingegebene Suchanfrage selber. Diese Informationen werden nur einmalig verwendet und nicht dauerhaft gespeichert. Die eigentliche Anfrage an YouTube führt dann der Invidious-Server aus — ohne Hinweise auf den eigentlichen Nutzer. So werden keinerlei personenbezogene Daten an Google weitergegeben.
EduVid Tubus
Wie bei jedem Online-Dienst fallen notwendigerweise und aus technischen Gründen die oben genannten personenbezogenen Daten an. Verwendet man Invidious, werden diese von dem Betreiber der Invidious-Instanz erhoben. Sofern es sich hierbei ausschließlich um technisch notwendige Daten handelt und diese weder langfristig gespeichert noch ausgewertet werden, ist keine dedizierte Zustimmung erforderlich.
Dennoch wollen Lehrkräfte, Schulleitungen oder Schulträger "auf Nummer sicher" gehen. Deshalb bietet Teckids seit heute eine Invidious-Instanz unter [EduVid Tubus](https://tubus.eduvid.org) an. Verantwortlich für die Datenverarbeitung ist der Teckids e.V. mit Sitz in Deutschland. Wie für alle Dienste des Vereins erhalten Lehrkräfte oder Schulen jederzeit kostenlos einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, mit dem die Nutzung vollkommen rechtssicher ist.
Damit ist die Nutzung von YouTube-Videos im Unterricht ohne rechtliche Bedenken möglich. Generell empfehlen wir dennoch, freie Inhalte von freien Plattformen zu verwenden sowie die Zustimmung zu fremden Nutuzngsbedingungen nicht verpflichtend für die Unterrichtsteilnahme zu machen.
2021-01-22
Missbräuchliche Nutzung von Videokonferenzen – Handreichung
Noch immer befinden sich fast alle Schulen im Distanzunterricht und Videokonferenzen sind weit verbreiteter und integraler Bestandteil des Unterrichtsgeschehens. Lernende und Lehrkräfte sammeln täglich neue Erfahrungen im Umgang mit den eingesetzten Werkzeugen, und die Nutzung unseres [solidarischen BigBlueButton-Hostings]({filename}2021-01-15_solidary-bbb-hosting.md) steigt.
Selbstverständlich sind auch auf Online-Plattformen Schülerstreiche, Regelbrüche und Unterrichtsstörungen an der Tagesordnung. In dieser und vieler anderer Hinsicht bestehen nur wenig Unterschiede zwischen Online- und Offline-Formaten, und je natürlicher die Nutzung wird, desto mehr hält auch der normale Schulalltag mit allen seinen Facetten Einzug.
Ein wichtiger Unterschied dabei sind jedoch die Asynchronität und Dezentralität: Mitschüler und Lehrkräfte haben meistens nicht alle Teilnehmenden im Blick und Kommunikation untereinander findet, anders als "Flüstern" im Klassenraum, unsichtbar statt. Technische Möglichkeiten, wie die Nutzung so genannter "virtueller Webcams", also das Einspielen von aufgezeichneten Videos anstelle eines echten Kamerabildes, und die Nutzung von Avataren und Nicknames gibt es auch mehr "kreative" Möglichkeiten der Störung, die von harmlosen Scherzen bis hin zu strafrechtlich relevanten Aktivitäten reichen können.
Einige wichtige Fragen und Antworten haben wir nun als Handreichung für Lehrkräfte und auch Mitschüer zusammengefasst.
Ist die Gefahr auf manchen Plattformen größer?
Grundsätzlich besteht auf allen Online-Plattformen die Möglichkeit, Identitäten zu fälschen oder unerwünschte Inhalte einzuspielen. Ein relevanter Unterschied zwischen Plattformen liegt hier darin, ob reine Zugangs-Links oder aber personenbezogene Benutzerkonten verwendet werden. Der Eindruck, dass z.B. auf Microsoft Teams weniger häufig Fälle missbräuchlicher Nutzung vorkommen, entsteht dadurch, dass hier immer personenbezogene Zugänge verwendet werden. Dies wirkt abschreckend auf die Verursacher, da eine Rückverfolgung sehr wahrscheinlich ist.
Grundsätzlich lassen sich aber alle Plattformen so konfigurieren, dass sie die Teilnahme nur mit einem personenbezogenen Account erlauben. Während dies bei Zoom z.B. gegen den Kauf eines Premium-Paketes für Unternehmen möglich ist (das Schulen wegen des nur in Kombination erhältlichen Vertrags zur Auftragsverarbeitung sowieso abgeschlossen haben müssen, sofern sie Zoom einsetzen), kann der Zugang bei BigBlueButton beliebig z.B. an einzelne Greenlight-Accounts, an Moodle, Nextcloud, AlekSIS oder sogar externe Accounts von Google oder Microsoft geknüpft werden.